Michael Traus erkämpft Bronze bei der Weltmeisterschaft

WM Italien 2017 Die lange intensive Vorbereitungszeit auf die Weltmeisterschaft der Judo-Veteranen in Sardinien hat sich für Michael Traus ein weiteres Mal gelohnt. Traus trainierte mehrmals in der Woche, nicht nur in seiner Heimtrainingsstätte der Bad Belziger Puschkinhalle, sondern fuhr auch noch zum Training zu mehreren Vereinen nach Berlin. Nachdem Michael Traus 2015 zur Weltmeisterschaft nach Amsterdam mit dem Fahrrad unterwegs war und diese lange Strecke mit in seinen Fitnessplan einkalkulierte, konnte er diesmal mit dem Flugzeit nach Italien reisen. Bei der Akkreditierung sah er viele alte Bekannte von einstigen Europa- und Weltmeisterschaften wieder. Diesmal waren in seiner Alters- und Gewichtsklasse, der M7 (60 - 64 Jahre / -60 kg) acht Kämpfer vor Ort. Gegen einige von ihnen musste er schon einmal antreten und so wusste Michael Traus, dass es diesmal nicht leicht werden würde. Hinzu kam, dass im Doppel-Ko-System gekämpft wurde und der erste Kampf ganz entscheidend war. Seine erste Auseinandersetzung bestritt Traus gegen den amtierenden Europameister, dem Schweizer Hans Nessensohn. Diesen Kampf wollte Michael Traus unbedingt gewinnen und ging übermotiviert ran. Der Schweizer nutzte das aus und gewann. "Nun ist alles vorbei" dachte Michael Traus und rutschte in die Trostrunde im Kampf um Platz drei. Es war für ihn gar nicht so einfach wieder Mut zu schöpfen, denn als nächstes musste er gegen den Türken Ahmet Ozdemir ran. Ozdemir besiegte Traus bei der Europameisterschaft und hat einen Kampfstil, der für ihn gewöhnungsbedürftig war. Beide Kämpfer schenkten sich nichts und konnten aber auch nicht punkten.

WM Italien 2017 Eine Entscheidung im Golden Score wurde auch nicht herbeigeführt und so stand ein Kampfrichterentscheid an. Die Kampfrichter entschieden sich eindeutig für Michael Traus, welcher der aktivere Kämpfer war und immer wieder versucht hatte seine Techniken durchzusetzen. Michael Traus war sichtlich erleichtert, denn nun hatte er eine eindeutige Chance, doch noch die Bronzemedaille mit nach Hause zu nehmen. In seinem dritten Kampf stand er dem Spanier Vincente Ramos gegenüber. Diesen hatte er schon in vielen Kämpfen beobachtet und wusste, das er eine Spezialtechnik, nämlich Ippon Seoi Nage (Punkt-Schulterwurf) hat. Als der Spanier versuchte auch Michael Traus mit seiner Spezialtechnik zu bewältigen, wurde er eines besseren belehrt, den Traus wusste genau wie er kontern musste, klemmte dem Spanier den Arm ein, so dass er von seiner Technik ablassen musste und besiegte ihn anschließend mit Ko Uchi Gari (Kleine Innensichel). Als es hieß Ippon, war Michael Traus sichtlich gerührt und freute sich riesig. Die Italiener sorgten für eine gut organisierte Weltmeisterschaft und boten den Sportlern auch kulturelle Highlights. Speziell für die Judoka und ihre mitgereisten Familienangehörigen und Fans trat am vergangenen Sonntag ALBANO auf und begeisterte die Teilnehmer mit seinem Gesang. Michael Traus ist wieder gut in der Heimat gelandet und wurde von seinen Vereinskameraden beglückwünscht. Der JCBB ist stolz auf seinen Kämpfer und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg. Michael Traus wird in wenigen Tagen seinen 62. Geburtstag feiern und hat sich selbst mit der Bronzemedaille ein großes Geschenk gemacht. dg